Ein Besuch bei Golden Bless in den Bergen Kalamatas

Golden bless - Natives Olivenöl

Nach dem ich von Ägina aus nach Andros und von dort aus wieder nach Athen gefahren war, ging meine Reise weiter nach Kalamata, um dort direkt zwei der ELEA Produzenten zu treffen. Zunächst war ich mit Nikolas Smyrnios, dem Partner von Theodoros und Produzenten der Firma zu Mittag essen. Er erklärte mir, dass sie beide aus Kalamata kommen, er aber mittlerweile in Österreich wohnt. Zusammen leiten sie die Firma „Golden Bless“. 

Gemeinsam mit Theodoros fuhren wir dann zu den Olivenhainen, in den Bergen von Kalamata. Dort trafen wir Kostas, den Vorsitzenden der Ölfabrik, in der mehrere Firmen ihre Olivenöle pressen. Die drei erklärten mir dann wie ihre Arbeit aussieht und was alles dazugehört ein Olivenöl herzustellen.

 

Die Olivenbäume und das Öl

„Golden Bless“ produziert drei verschiedene Olivenöle. Das „100% extra virgin“, das „organic extra virgin“ und in einer limitierten Edition auch das „oranic extra virgin – early harvest/ unfiltered“. Alle Öle stammen von den 300 Jahre alten Koroneiki-Bäumen. Was sie unterscheidet ist das Bio-Zertifikat, denn dieses bekommt man in Griechenland nur wenn das Produkt oben auf einem Berg angepflanzt wird, weil dort die Wasserqualität eine Andere ist. Allerdings muss man sagen, dass die Qualität dadurch keineswegs schlechter wird. Die limitierte ungefilterte Version wird zudem, wie der Name schon vermuten lässt, in seinem ursprünglichen, ungefilterten Zustand belassen. Für dieses Öl werden besonders früh geerntete Oliven verwendet. Durch den Verzicht auf das Filtern bleiben besonders viele der wertvollen Inhaltsstoffe und Antioxidantien erhalten. 

Alle 4000 Bäume von Golden Bless müssen das ganze Jahr über sorgsam gepflegt, bewässert und beschnitten werden. Ab November geht die Ernte los. Jede einzelne Olive wird per Hand gepflückt und auf ein Netz gelegt, welches auf dem Boden liegt. Die gesamte Ernte wird dann zur Fabrik gebracht. 

Theodoros, Kostas und Nikolas zeigen mir, wie man mit dem Sammelnetz die frischen Oliven erntet. Die frischen Koroneiki Oliven sind bei der Ernte noch grün. Wenn man sie zum Verzehr in Salzlake einlegt, werden sie durch das Nachreifen schwarz.

 

Das Pressen von Olivenöl

Zunächst werden die Blätter von der Olive durch ein sich rüttelndes Sieb getrennt. Die Blätter werden weiter zu Kompost verarbeitet. Die Oliven werden dann für ca. eine Stunde bei 27 Grad mit Kern püriert und anschließend wird die Masse schnell geschleudert, damit das Öl sich vom Püree trennt. Der letzte Arbeitsschritt besteht je nach Ölsorte aus der mehrfachen Filterung des Öls. Bei dem nativen Bio-Olivenöl (Limited Edition) hingegen wird auf die Filterung verzichtet, sodass das Öl seinen maximal natürlichen Zustand beibehält.

 

Olivenölprobe

Wenn die Hersteller neue Sorten und Rezepturen ausprobieren, wird eine Ölprobe durchgeführt. Dafür füllt mal ein bisschen von dem noch warmen Öl in ein dunkles Glas, damit man nicht schon sehen kann, welche Farbe das Öl hat, um nicht schon vorher zu urteilen. Das Glas wird dann mit einem Deckel drauf leicht geschwenkt und mit der Hand gewärmt, damit das gesamte Aroma sich entfalten kann. Nun sollte man an etwas neutralem riechen, um dann unbeeinträchtigt an dem Öl zu riechen. Anschließend kann das Öl getrunken werden. Um den gesamten Geschmack zu entfalten, braucht das Öl jetzt Sauerstoff. Vergleichbar mit einem Wein entwickelt sich der Geschmack des Öls am besten wenn man es einen Moment atmen lässt. Zusätzlich kann man beim Trinken noch etwas Luft einziehen. Auch dieses „Schlürfen“ kennt man von einer Weinprobe.

Was ich dort auch gelernt habe, ist, dass frisch gepresstes Öl sehr scharf ist!

Später sind wir alle zusammen noch in einer alten Taverne etwas essen gegangen. Ein spannender und lehrreicher Tag in den Bergen Kalamatas!

 

19. Oktober 2020