Trockenblumen – haltbare Arrangements & unberenzte Kreativität

Gerade in der Herbst- und Winterzeit, wenn andere Pflanzen und Blumen nicht mehr blühen und etwas an Farbe verlieren, bieten Trockenblumen eine tolle Möglichkeit seine Innenräume zu dekorieren. Vor allem wenn man auf Lokalität und Saisonalität wert legt, scheinen die floralen Dekorationsmöglichkeiten in der kalten Jahreszeit eher eingeschränkt zu sein. Doch das stimmt nur bedingt!

Im Gegensatz zu künstlichen Blumen aus Plastik, welche ihre natürlichen Vorbilder zu kopieren versuchen, sind Trockenblumen eine natürliche Alternative oder Ergänzung. 

Sie lassen sich mit Gewächsen aller Art kombinieren, aber auch mit Plastik- oder Seidenblumen. Dabei unterwerfen sie sich keiner Jahreszeit und bieten viel Spielraum für Kreativität. 

 

Einsatzmöglichkeiten von Trockenblumen

Den Dekorationsmöglichkeiten mit Trockenblumen sind kaum Grenzen gesetzt. Durch ihre lange Haltbarkeit können mit den selben Blumen in unterschiedlichen Kombinationen je nach Lust und Laune auch verschiedene Arrangements ausprobiert werden. Sie können klassisch in Vasen und passenden Gefäßen jeder Art platziert werden. In Steckschaum lassen sich auch kürzere Blumen ohne langen Stiel in Position halten und z.B. auch in Holzkisten anrichten. 

Weitere Möglichkeiten als Basis für Arrangements sind Drahtformen jeder Art, Holzkränze, Seile, Doppelglasrahmen, alte Keksdosen, Einmachgläser oder geschlossene Glasgefäße ohne Wasser. In letzterem lassen sich die Blumen auch gut vor schädlicher Feuchtigkeit schützen. 

Dadurch, dass sich der Geruch der Blumen länger hält, lassen sich getrocknete Lavendelsträuße auch als natürliche Insektenabwehr nutzen. Um Mücken und Fliegen fern zu halten, können getrocknete Sträuße neben einem geöffneten Fenster oder über dem Bett platziert werden.

 

Vorteile von Trockenblumen

  • teurer als frische Blumen aber dafür deutlich länger haltbar – gut ein Jahr oder auch länger abhängig von der Lagerung
  • lassen sich auch selber einfach zu Hause herstellen
  • sie lassen sich sammeln und immer wieder neu in verschiedenen Kombinationen arrangieren
  • Pflegeleicht: kein Umtopfen, Schneiden oder Gießen
  • behalten ihre Farben und oft den typischen Geruch bei (z.B. Lavendel)

 

Pflege und Standort

Trockenblumen sind anspruchslose Schönheiten. Es gibt nur wenig zu beachten. Erstens sollten sie immer trocken stehen. Eine zu feuchte Umgebung beschleunigt ihren Verfall. Dies hat auf der anderen Seite natürlich den Vorteil, dass sie nicht gegossen werden müssen und daher nicht nur in Gefäßen und Vasen aller Art untergebracht werden können. Auch in Kränze lassen sie sich z.B. in Kombination mit Blüten oder getrockneten Blättern aus dem Garten oder Wald wunderbar integrieren. Ein weiterer Vorteil: da kein Wasser benötigt wird, sind die Möglichkeiten für “Gefäße” unbegrenzt. Je nach Länge der verwendeten Blumen, können zum Beispiel auch Dosen oder Körbe anstelle von Vasen verwendet werden. Auch Seile und Drahtgestelle in verschiedenen Formen können als Basis dienen. 

Des weiteren sollte auch bei Trockenblumen direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Wie viele ihrer ungetrockneten Verwandten, bevorzugen auch Trockenblumen eher die Raummitte als einen hellen Fensterplatz. Der Grund hierfür ist schlicht, dass die Farben durch direkte Sonneneinstrahlung schneller verblassen. 

Im Gegensatz zu lebenden Pflanzen, sind sie dadurch aber auch für Räume ganz ohne natürliches Licht geeignet. Sie können problemlos auch in Fluren, Treppenhäusern oder Eingangsbereichen ohne Fenster aufgestellt werden. 

 

Tipps zur Pflege von Trockenblumen

  • Haarspray konserviert die Farben und reduziert die Anfälligkeit für Staub
  • Staub mit vorsichtiges Pusten, mit einem Pinseln oder einem Fön auf kleiner Stufe entfernen

 

Nachhaltigkeit 

Trockenblume ist nicht gleich Trockenblume. Je nach Verarbeitung werden auch chemische Mittel verwendet, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen oder die Haltbarkeit zu steigern. 

Auch kommen öfters Bleichmittel oder künstliche Farben zum Einsatz, falls kein Wert auf natürliche Farbgebung gelegt wird. 

Haarspray eignet sich super um die Konservierung der Blumen zu verstärken und den Glanz zu steigern, aber ist aus Nachhaltigkeitssicht natürlich nicht die erste Wahl.

Ein weiterer Aspekt ist die Regionalität. Wie auch bei frischen Blumen, sollte man auch bei Trockenblumen möglichst auf regionale Ware setzen, wenn man Wert auf Nachhaltigkeit legt. So werden lange Transportwege vermieden und man kann die Schönheit der Blumen mit noch besserem Gewissen genießen. 

 

Trockenblumen selber machen

Jeder kann zu Hause selber Trockenblumen herstellen. Dazu entfernt man kleinere Blätter von den Stängeln, sodass nur noch die Blüten bzw. Knospen übrig bleiben. Danach sollten sie in einem trockenen Raum kopfüber aufgehangen werden, sodass sie quasi mumifiziert werden. Das kopfüber aufhängen ist wichtig, damit die Blüten ihre Form behalten. Auch sollte der Trocknungsprozess gestartet werden, bevor die Blumen anfangen zu welken. Auch hier gilt es möglichst zu helles, direktes Licht zu vermeiden, damit die Farben besser erhalten bleiben. Also am besten nicht über die Heizung an ein Fenster hängen! 

Ein Zeitraum von 2 bis 3 Wochen genügt. Empfehlenswert ist es gleiche Blumen zusammen zu binden, mit einer Kordel oder auch einem Gummi. Blumenpapier oder Backpapier eignet sich perfekt als Staubschutz. Dazu einfach das Papier wie bei einem Blumenstrauß um die Sträuße binden, damit sich nicht schon während der Trocknung Staub auf den zerbrechlichen Blumen ansammeln kann.

 

Was es zu beachten gibt:

  • Blumen  mit wenig Feuchtigkeit verwenden.
  • Küche als Trocknungsort vermeiden wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. (Schlafzimmer ggf. auch wegen Luftfeuchtigkeit und kälterer Tempertur)
  • Blumen kopfüber aufhängen, damit sie ihre Form behalten