Zimmer- und Balkonpflanzen pflegen bei Hitze und Trockenheit

Die heiße Jahreszeit bedeutet nicht nur viel Sonne und Wachstum für unsere Garten- und Balkonpflanzen. Für längere Trockenperioden gibt es einige Tipps und Tricks um unsere Gewächse möglichst Stressfrei und unbeschadet durch den Sommer zu bringen.

Für die meisten Zimmerpflanzen gilt, sie möglichst an helle oder halbhelle Orte zu stellen ohne direkte Sonneneinstrahlung. Typische Zimmerpflanzen wie die Monstera stammen meist aus tropischen Gegenden. Im Dschungel wachsen sie unter großen Blätterdächern, die ihnen natürlichen Schatten spenden. Diesen schätzen sie auch bei uns zuhause!

Selbiges gilt auch für die meisten Balkonpflanzen. Je nachdem wie der Balkon ausgerichtet ist und wie viele Sonnenstunden er tagsüber abbekommt, muss auch die Bepflanzung bzw. das Gießverhalten angepasst werden.

 

Wie immer gilt: weniger ist mehr! 

Blätter der Pflanzen eignen sich gut als Indikator fürs Gießen. Wenn diese anfangen etwas zu hängen ist das ein Zeichen dafür, dass die Pflanze gegossen werden will. 

Wichtig ist auch im Sommer darauf zu achten, dass man Staunässe vorbeugt. Tontöpfe lassen zwar mehr Wasser durch Verdunstung austreten, verhindern aber auch dass es zu Staunässe kommt. Auch eine Schicht aus groben Steinen oder groben Stubstrat am Topfboden sorgt dafür, dass sich  überschüssiges Wasser nach dem Gießen nicht am Boden des Topfes ansammeln kann und im schlimmsten Fall zu Fäulnis oder Pilzbefall der Wurzeln führt.

Die Wassermenge in Blumenkübeln ist begrenzt. Viel Wasser verdampft durch die Hitze. Oft trocknet die Erdoberfläche aus und muss erstmal aufgeweicht werden, damit die obere Erdschicht wieder Wasser aufnehmen kann und in die unteren Schichten zu den Wurzeln durch lässt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich lieber seltener zu gießen und dafür etwas mehr. So lässt sich genau dieser Effekt nutzen. Im Hochsommer kann man sich auch Gewitter zu Nutze machen und Gießwasser sparen, indem man nach kürzeren Schauern und Gewittern gießt, wenn die Erde bereits aufgeweicht ist und das Wasser direkt von den Pflanzen aufgenommen werden kann. 

  

Der Flaschentrick – selbstgemachtes Gießsystem

Für den Fall dass man einmal für ein paar Tage nicht selbst gießen kann, gibt es den bekannten Flaschentrick: Dazu werden Plastikflaschen je nach Topfgröße kopfüber in die Erde oder das Substrat gesteckt. Löcher im Deckel sorgen für ein langsames Nachsickern des Wassers, sodass die meisten Pflanzen auch mal ein bis zwei Tage auskommen ohne gegossen zu werden. So können kürzere Abwesenheiten überbrückt werden, ohne das die Nachbarn oder Freunde gießen kommen müssen. 

 

 Früh morgens gießen

Auch der Zeitpunkt für die Bewässerung der Pflanzen sollte an das Wetter angepasst werden. Am besten gießt man früh morgens oder spät am Abend, wenn die Sonne kaum noch Strahlkraft hat. Tropfen die nach dem Gießen auf den Blättern zurück bleiben, können sonst die Sonnenstrahlen wie eine Lupe bündeln und zu Verbrennungen auf der Pflanze führen. Generell sollte darauf geachtet werden, mit der Gießkanne direkt unter die Blätter und Blüten der Pflanze zu zielen um diesen Effekt zu vermeiden. Bei Kübelpflanzen wird so auch verhindert, dass unnötig Wasser über die Blätter am Topf vorbei läuft.

Die frühen Morgenstunden haben den weiteren Vorteil, das der Boden bzw. der Topf sich über die Nacht abgekühlt hat und so in der Regel noch weniger Wasser verdunsten kann als abends.

 

Regelmäßig düngen

Durch das häufige Gießen werden auf Dauer zwangsläufig auch Nährstoffe aus dem Boden gespült. Gerade bei Topfpflanzen die eine begrenzte Menge an Erde haben und in einem “geschlossenen Kreislauf” leben sollte man ein bis zweimal im Jahr zusätzliche Nährstoffe hinzugeben. Bei Blumen wie Hortensien und Margeriten kann auch alle drei bis vier Wochen mäßig gedüngt werden. Vor allem im Frühjahr vor der Wachstumsphase sind die Pflanzen dankbar für eine Extraportion Nährstoffe. Oft reicht auch schon Umtopfen mit frischer Blumenerde.

 

Richtiges Beschneiden von Topfpflanzen im Sommer

Da gerade im Sommer während der Wachstumsphase nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe vermehrt benötigt werden, sollte man darauf achten, dass die Pflanzen diese nicht unnötig vergeuden. 

Aus diesem Grund ist es ratsam verwelkende Blätter und Blütenblätter zeitig abzuschneiden und zu entfernen. So wird zum einen verhindert das die Pflanze die wertvollen Nährstoffe und Wasser in Pflanzenteile leitet, die schon tot sind. Zum anderen können sich tote Blätter so nicht auf der Erde ansammeln und dort anfangen zu faulen oder schimmeln.

 

Den Rasen gießen

Wer den kölner Grüngürtel während der letzten Sommer gesehen hat, kann sich bereits denken, dass auch der Rasen bei länger anhaltender Hitze gerne gegossen wird. Dadurch das die Grashalme durch ihre Form kaum Schatten werfen und meistens keine Bäume schützend über ihnen stehen, sind sie der Sonne besonders ausgeliefert. Durch das Liegenlassen von gemähtem Rasen kann man in der besonders heißen Jahreszeit künstlich ein bisschen Schatten schaffen und gleichzeitig eine Schicht erzeugen die die Feuchtigkeit etwas länger halten kann. Bei länger anhaltenden Trockenperioden empfiehlt es sich pro Quadratmeter Rasen ca. 10 Liter Wasser zu gießen. 

 

Bäume gießen?

Bäume im Garten benötigen normalerweise keine besondere Pflege während Trockenphasen. Durch ihre meist tiefer reichenden Wurzeln können sie die Wasservorräte erreichen, die anderen Pflanzen verwährt bleiben. Daher sind sie nicht zu vergleichen mit Zimmer- und Balkonpflanzen. 

Doch auch hier lohnt es sich die Blätter des Baumes zu beobachten. Verliert er mehr als normal oder lässt Teile hängen, darf gerne etwas nachgeholfen werden. 

 

6 Pflegetipps für Pflanzen bei Hitze

  • Blätter als Indikator zum Gießen nehmen
  • Düngen nicht vergessen
  • seltener und dafür mehr gießen
  • totes Blattmaterial entfernen
  • Staunässe vermeiden
  • direkte Sonne vermeiden